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Der Umzug

Eine Geschichte mit Bildern von Katrin Reisinger

Weisst Du, was das ist?

Nein.

Das ist ein Umzugskarton.

Bist du schon einmal umgezogen?

Ich und meine Familie sind schon einmal umgezogen.

 

Zuerst haben Mama und Papa eine neue Wohnung für uns alle gesucht, oder besser, sie haben jemanden suchen lassen.

Als wir das passende gefunden hatten, mussten wir eine Menge erledigen.

Wir mussten jemanden finden, der uns beim Umzug hilft, das macht eine Spedition.

Dann mussten wir ihnen sagen, wann wir umziehen wollten, aber das wussten wir dann schon.

Dann mussten wir der Spedition sagen, was wir alles mitnehmen wollten aus unserer Wohnung.

Das ist wichtig, da nur so bestimmt werden kann, wie viele Umzugskartons wir brauchen und was für ein Auto eingesetzt werden muss.

 

Als alles geklärt war, warteten wir alle, dass es endlich losgehen konnte.

So richtig wollte ich ja gar nicht wegziehen. In eine ganz fremde Stadt, wo ich niemanden kenne. Wo ich in einen anderen Kindergarten muss und noch keine Freunde habe. Ich konnte ja meine alten Freunde nicht mitnehmen.

Mama sagte mir, dass es mir in unserer neuen Wohnung sicher gefallen würde, und das ich bestimmt auch bald wieder viele Freunde haben werde. Aber es machte mir doch ein wenig Angst. Aber Mama und Papa und mein kleiner Bruder zogen ja auch mit um, und Papa wird dann öfter bei uns sein können als bisher.

 

Nun war es endlich soweit.

Die Spedition hatte uns die vielen Kartons gebracht, und Mama war den ganzen Tag damit beschäftigt, alles einzupacken.

Es durfte ja nichts vergessen werden.

In einige Kartons kamen die vielen Bücher aus den Regalen.

Dann brauchte Mama viele Kartons für die Sachen, die sich in der Küche befanden.

Töpfe, Teller, Besteck, die Backformen, die Kaffeemaschine, die ganzen Gewürze, alles verschwand in den Kartons.

Mama schrieb ganz gross KÜCHE auf diese Kartons. Sie sagte, da weiss sie in der neuen Wohnung, was in dem Karton ist. Schlaue Mama!

 

Jetzt kam der wichtigste Teil – die Spielsachen, und ich durfte sie selber einpacken.

Mama sagte mir, was ich alles einpacken konnte und legte mir die Sachen bereit.

Ein paar Spielsachen ließen wir noch draußen, damit uns beim Einpacken nicht langweilig wurde.

 

Und so verschwanden meine Puzzle, meine Bausteine und Männle, meine Bücher und ein paar Autos in einem Umzugskarton.

Diesmal schrieb ich drauf, was sich in dem Karton befindet. Schließlich waren es ja meine Sachen und die von meinem Bruder.

Aber mein Bruder ist noch zu klein zum helfen.

 

Aber wo war jetzt mein Peter. Den hatte ich schon eine ganze Zeit nicht mehr gesehen. Ich fragte Mama. Sie glaubte, dass er schon in einem Karton war.

Nein, ich konnte doch nicht aus der Wohnung ausziehen, ohne meinen Peter. In der Spielzeugkiste ist er nicht. Es standen aber auch überall diese Kartons rum. Ich konnte gar nicht richtig suchen.

Oh, verflixt aber auch.

Oh nein, da waren auch schon die Männer, um all die Sachen in das Auto zu tragen. Und mein Peter ist nicht zu finden. Was mach ich denn nur?

Zuerst trugen sie die großen Sachen, also den Fernseher, die Waschmaschine, die Betten zum Auto.

Ich ging wieder durch alle Räume, die nun schon ziemlich leer waren. Und da - da lag doch mein Peter tatsächlich da, wo vorher mein Bett stand. Er muss wohl in einer Nacht dahin gefallen sein und ich habe es nicht gemerkt. Ich war froh.

Nun trugen sie auch die vielen Kartons zum Auto, auch meine Spielzeugkiste.

 

Als alles eingepackt war, war kein einziges Fleckchen mehr frei in dem großen LKW.

Alle Sachen waren verstaut, sogar die Fahrräder, der Roller, das Dreirad von meinem Bruder und unsere Bälle sah ich auch auf dem LKW.

Der LKW –Fahrer und Papa besprachen noch ein paar Sachen, dann fuhr er los.

Wir packten noch ein paar kleine Dinge in unser Auto und fuhren dann auch in Richtung neue Wohnung.

Ob wir wohl vor dem LKW da sein werden?

 

Da der LKW nicht so schnell fahren konnte, warteten wir in der neuen Wohnung auf seine Ankunft.

So konnte ich mir mit meinem Peter  schon einmal die neue Wohnung in Ruhe anschauen.

Wo mein Kinderzimmer ist, wo Mama und Papa schlafen werden, wo unsere neue grosse Badewanne steht und wie ich in den Garten hinaus komme.

 

Als der LKW dann endlich ankam, packten alle mit an, und ganz schnell war der LKW ausgeräumt und die Sachen im Haus verteilt.

Da Mama auf jedem Karton draufgeschrieben hatte, was drin ist, kamen die Kartons auch dorthin, wo sie dann ausgepackt werden konnten.

Auch meine Spielzeugkiste wurde ausgepackt und in mein Zimmer gebracht.

Nun wurde wieder alles aufgestellt, die Kartons ausgepackt und bald dachte keiner mehr an den Umzug.

Und mir gefällt die neue Wohnung auch.

Und einen neuen Freund habe ich auch schon, das ist prima.



Text und Bilder © by Katrin Reisinger

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16.11.2000